Wer einmal Doppelkopf gespielt hat, der kommt davon nicht mehr los. Neulich war ich das erste Mal in der Kneipe um die Ecke. Ich bin vor fünf Monaten hier nach Norddeutschland gezogen. Der Stammtisch war voll besetzt und nur noch ein Platz frei. Meine Frage, ob ich mich dazusetzten dürfte, wurde sofort bejaht. Neben mir wurde Karten gespielt und ich hörte auf einmal Genscher und ein lautes Gegröle ging los. Es wurde laut Kontra von einem und Re von einer weiteren Person gerufen. Ich verstand überhaupt nichts mehr. Was hat denn Genscher mit einem Kartenspiel zu tun, dachte ich so bei mir. Der war doch einst unser Bundesaußenminister. Mein Nachbar rechts spielte nicht in der Kartenrunde mit, deshalb habe ich Ihn ganz vorsichtig gefragt, was das Kartenspiel denn mit Genscher zu tun hat. Er klärte mich dann so gut es ging auf.

Die Männer spielten Doppelkopf und eines der Sonderspiele würde nun mal Genschern heißen. Er erzählt immer weiter und Begriffe wie Karlchen Müller, Fuchs, Solo, Dulle und viele andere mehr sind gefallen. Ich habe fast gar nichts mehr verstanden, nur den Wunsch verspürt, mehr über das Kartenspiel Doppelkopf zu lernen und schaute so den Männern genauer zu. Eigentlich wollte ich nur für eine Stunde in die Kneipe gehen, aber ich war so fasziniert, dass ich gar nicht merkte, wie die Zeit verging. Ich rückte immer mehr zu meinen Nachbar nach links und hätte am Liebsten sofort selber beim Doppelkopf mit gespielt. Ich erfuhr, dass hier am Stammtisch regelmäßig Doppelkopf gespielt wird, und ich bin dann in der nächsten Woche um die gleiche Zeit wieder in die Kneipe gegangen. Mittlerweile spiele ich selber mit beim Doppelkopf, dadurch habe ich tolle Freunde fürs Leben gewonnen, die mir auch immer mit Rat und Tat in anderen Lebenslagen zur Seite stehen.