Begibt man sich auf die Suche nach der Geschichte des Doppelkopfes, so beschreitet man einen langen Weg, ohne jedoch sofort genau ans Ziel zu kommen. Es gibt nämlich keinen Beleg dafür, wann, wo und wie das alte deutsche Kartenspiel zum ersten Mal auftauchte. Da das Kartenspiel sehr dem bayerischen Schafkopf ähnelt und vor allem sehr im Norden der Republik verbreitet ist, gibt es zahlreiche Vermutungen, Doppelkopf seine eine Antwort der „Preußen“ auf das bayerische Kulturgut. Allerdings wird das Doppelkopfspiel auch von Teilen des Skatspiels beeinflusst.

Genauso so spannend ist aber auch die Suche danach, warum das Spiel so interessant ist. Hierbei bekommt man von passionierten Spielern sehr oft zu hören, dass es besonders an den verschiedenen Spielvarianten liegt. In der Tat ist es doch sehr interessant, in wie viel verschiedenen Spiel- und Regelvariationen das Spiel verbreitet ist. Es kommt sogar sehr häufig vor, dass selbst in gleichen Regionen das Doppelkopfspiel auf höchst unterschiedliche Weise betrieben wird. Während der Normalbürger bei Begriffen wie Hochzeit, Fleischloser, Armut, Fuchs fangen, Karlchen Müller, Schweinerei oder Köhler weiß Gott nicht an ein altes deutsches Kartenspiel denkt, erfreut sich ein jeder Doppelkopfspieler an den Bezeichnungen und vor allem Inhalten der verschiedenen Varianten und Regeln des Spiels.
So scheint es auch fragwürdig, ob das Vorhaben des 1982 gegründeten Deutschen Doppelkopf Verbands gelingen wird, die Regeln des Spiels bundesweit zu vereinheitlichen. Denn offensichtlich ist es ja gerade die Vielfalt der Varianten und auch der Regeln, die dem passionierten Doppelkopfspieler das Spiel ans Herz wachsen lässt.