Das Schwein beim Doppelkopf

Während der Normalbürger die Worte Schwein oder Schweinerei eher mit dem vierbeinigen Tier, etwas Unanständigem oder dem zarten Sonntagsbraten bei Muttern in Verbindung bringen, schlägt das Herz eines passionierten Doppelkopfspielers hier gleich doppelt so schnell. Schließlich ist die sogenannte Schweinerei eine der beliebten Varianten beim Doppelkopf. Um allen Laien kurz das Schwein – oder auch Wildsau oder Sau wie es in einigen Regionen genannt wird – zu erläutern: hierbei handelt es sich um nichts Versautes, um kein Tier und auch nicht um den Sonntagsbraten.

Vielmehr steht hierbei das Karo Ass – oder auch Schellen As – im Vordergrund. Hat nämlich ein Spieler beide Karo (Schellen) Asse – die sogenannten Füchse – im Blatt, so wird – je nach Spielweise – eines oder beide Asse zum höchsten Trumpf. Und genau dieses „je nach Spielweise“ ist interessant. Einem Doppelkopfspieler laufen nämlich in seinem Leben diverse Doko-Varianten über den Weg. So gibt es Runden, die mit einem Karo (Schellen) Ass als Schwein spielen, andere hingegen bevorzugen beide Füchse als Wildsauen. Ebenso gibt es bereits im Vorfeld vieler Doppelkopf- runden unterschiedliche Auffassungen der Ansage. So trifft man genauso Spielrunden an, die mit Ansage spielen als auch welche ohne Ansage. Andere Doppelkopf-Versammlungen hingegen legen fest, die Ansage des Schweins bzw. der Säue erfolgt beim Ausspielen des ersten Fuchses oder sogar beim Nennen der Vorbehalte. Genauso gibt es bei Doppelkopfrunden aber auch unterschiedliche Varianten, ob der Spieler das erste oder das zweite As als Schwein ausspielt. Noch verzwickter wird es, wenn man dem Spieler der die beiden Karo (Schellen) Asse auf der Hand hat, sogar selbst überlässt, ober das erste oder zweite Karo As als Schwein ausspielt.